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Ewigkeitssonntag


Liebe Gemeinde,

zu Ewigkeitssonntag hören wir wieder und wieder jene felsenhaften Worte vom neuen Himmel und einer neuen Erde. Was jetzt vom Himmel her auf Erden geschieht, das ist die Blickrichtung. Vor allem aber zuerst ein Trostbuch. Zukunft ist Gottes Zukunft. Denn der Blick in Gottes Zukunft muss uns nicht ängstigen. Tatsächlich wird uns ein Blick in die Zukunft geschenkt, aber eben kein abergläubischer oder esoterischer Blick.

Ohne den österlichen Anfang der Offenbarung (1,18) kann nichts verstanden werden. „Siehe, ich war tot und bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und ich habe die Schlüssel der Hölle und des Todes“. Christus hat die Vollmacht im Himmel und auf Erden und niemand anders, wie sehr sich manche(r) auch aufspielen!

Es ist das Vorrecht der Gemeinde, IHN in allem was heute geschieht, am Werk zu sehen. Das geht nicht ohne Glauben, das kann kein Mensch wie eine Mathematik-Formel kalt zur Kenntnis nehmen, weil hinter allem Chaotischen die Herausforderung steckt: Glaubst du ihm? Dem, der auf dem Thron sitzt und verheißt: „Siehe, ich mache alles neu!“ Glaubst du trotz allem, trotz Leid und Sterben und Tod, dass Gott seine Welt nicht aus der Hand gibt. Wenn aber hinter allem Leid und Tod der Auferstandene am Werk bezeugt wird, ist das zugleich eine Entzauberung der Chaosmächte dieser Welt. Sie hätten den längeren Atem, wir könnten nichts tun, wir wären ausgeliefert, ohnmächtig. Tod, Leid, Schmerz, noch Geschrei, nicht Lüge noch Dummheit, Rassismus, Gier, Gewalt, Korruption und Ausbeutung wird nicht mehr sein.

Und wer ihm am Werk sieht, der wird ihm auch entgegenleben – „wir müssen ihm entgegengehn“; aber halt, es ist ja erst Ewigkeitssonntag, ihm entgegenzuleben ist auch zugleich das Thema vom ersten Advent. Wie oft gehören in unserer Welt Anfang und Ende eng zusammen. Ende und Anfang. Verborgen in jedem Sterben unserer Lieben. Die Liebe baut Brücken zwischen denen die kommen und denen, die gehen.

Wenn aber hinter allem Elend dieser Welt, und bitte ja auch, hinter allem getrosten Sterben im hohen Alter, der Auferstandene bezeugt wird, dann sind wir mitten im Sterben und Tod auch in seinen Händen. Sein „Ich Bin“ ist das Bleibende, nicht unsere Erinnerungen. Weil uns nichts, auch Leben und Tod nicht, von der Liebe Gottes trennen kann, die uns in Christus aufleuchtet. Gott wird abwischen alle Tränen.
Welch eine mütterliche Handlung, welch eine väterliche Verheißung!

In herzlicher Verbundenheit Euer Pfarrer Jörg Coburger